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«Ein Staplerunfall kann rund 30'000 Franken kosten»

Daniel von Allmen ist Sicherheitsingenieur (Dipl. El-Ing. HTL). Er ist bei der Suva in Luzern unter anderem verantwortlich für den Bereich Flurförderzeuge.

Suva-Experte Daniel von Allmen über die häufigsten Unfälle mit Staplern, die Folgen und was Betriebe tun können.

Herr von Allmen, wie viele Unfälle mit Staplern passieren jedes Jahr?
Daniel von Allmen*: Im Jahresmittel sind es in Suva versicherten Betrieben jährlich 1859 Berufsunfälle.

Was sind das für Unfälle?
Sehr viel häufiger als bei anderen Berufsunfällen sind es schwere Unfälle. Das heisst unter anderem, dass ein Arbeitsausfall von mindestens drei Monaten resultiert. Im Durchschnitt ereignen sich jährlich 137 dieser Unfälle.

Woher kommt die grosse Zahl schwerer Unfälle?
Bei Staplerunfällen sind oft Drittpersonen die Geschädigten und nicht der Staplerfahrer selber. Der Zusammenstoss einer Person mit einem Stapler hat schnell gravierende Folgen.

Was sind die Ursachen für Staplerunfälle?
Die Missachtung von Sicherheitsvorschriften ist der wichtigste Grund. Beispiele hierfür sind zu schnelle Fahrweise, Abdrehen mit angehobener Last, Fahren mit durch die Last verdeckter Sicht, fehlender Blick zurück bei Rückwärtsfahrt und dass Personen bei angehobener Last nicht aus dem Gefahrenbereich weggewiesen werden. Zudem ist das nicht Anlegen des Sicherheitsgurts ein enorm verbreiteter und höchst gefährlicher Missstand. Kommt hinzu, dass unterschätzt wird, wie gefährlich Stapler sind. Im täglichen Umgang mit ihnen kehrt Routine ein und die erlernten Regeln treten in den Hintergrund.

Was weiss man über die Folgen von Unfällen mit Staplern?
Für den Mitarbeiter kann es zu dauerhaft einschneidenden gesundheitlichen Einschränkungen führen, bis hin zu Invalidität oder Tod. Einen Hinweis auf das Ausmass geben auch die Kosten. Im Durchschnitt liegen diese für die Suva bei 10'400 Franken und damit doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller Berufsunfälle. Den Betrieb kann ein solcher Staplerunfall 30'000 Franken kosten, unter anderem wegen dem Prämienanstieg, Arbeitsausfall, interner Umtriebe, um den Ausfall aufzufangen.

Was kann man präventiv tun?
Die Suva hat die «Neun lebenswichtigen Regeln für das Arbeiten mit Staplern» publiziert (hier). Wer diese beherzigt, kommt bereits einen riesigen Schritt vorwärts. Zu diesen Regeln gibt es auch ein kurzweiliges Online-Übungsprogramm (Zugang zum Programm am Seitenfuss). Die «lebenswichtigen Regeln» eigenen sich auch hervorragend für den Wissensaufbau der Vorgesetzten.

Wie schneidet die Schweiz bezüglich Prävention aktuell ab?
Bei der Ausbildung der Staplerfahrer haben wir ein solides Fundament gelegt. Beim Wissen der Vorgesetzten und bei der Durchsetzung der Vorschriften durch sie besteht grosses Verbesserungspotential. Denn was nicht kontrolliert wird, wird leider oft nicht eingehalten und was schlussendlich keine Konsequenzen hat, wird oft nicht gebührend ernst genommen.

* Daniel von Allmen ist Sicherheitsingenieur (Dipl. El-Ing. HTL). Er ist bei der Suva in Luzern unter anderem verantwortlich für den Bereich Flurförderzeuge.

 

Unfälle mit Staplern in der Schweiz1

Unfallhergang Häufigkeit2
Angefahren-, Überfahrenwerden, in etwas hineinfahren 31 %
Eingeklemmt-, Gequetschtwerden 25 %
Getroffen-, Verschüttetwerden, Rückschlag 18 %
An etwas anstossen, anschlagen 15 %
Abgleiten, Abrutschen (von Personen) 14 %
Abrutschen, Umfallen (von Gegenständen) 13 %
Übrige 14 %
Total 130 %3

 

1 Quelle: Suva, Werte aus den Jahren 2007 – 2016

2 Stichprobenauswertung von 5% der gemeldeten Staplerunfälle mit anschliessender Hochrechnung auf 100%

3 Die Differenz zu 100% erklärt sich durch die Möglichkeit von Mehrfachnennungen von Unfallhergängen für ein Unfallereignis sowie die Ungenauigkeit der Hochrechnung.

 

Stapler Sicherheitssysteme von Avesco
Avesco bietet für Stapler wirksame Assistenzsysteme zur Verbesserung der Sicherheit im Betrieb. Yale Blue Point ist ein optisches Warnsystem für Personen, die sich im Umfeld des Staplers bewegen. Yale RadarEye ist ein intelligentes Kamera-Warnsystem mit blitzschneller Hinderniserkennung in 50 Millisekunden.
Kontaktieren Sie uns für weiteres Informationsmaterial: Telefon 0848 925 925.