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Virtual Press Event 2020: Fernsteuerung mit Cat® Command

Cat Command wird in den USA zum Beispiel auf Deponien mit unsicheren Bodenverhältnissen genutzt. Der Maschinist bedient den Bagger aus der Konsole in einem Gebäude.

Bedienkonsole für das neue Cat Command. Das Kamerasystem gewährt eine bessere Übersicht auf die Arbeitsumgebung, als sie von der Kabine aus möglich ist.

Cat Command ist auch in einer einfacheren Ausführung erhältlich. Deren Ausrüstungszeit beträgt 1 ½ Tage.

Der Radlader Cat 988K ist mit Cat Command einsetzbar.

Mit Cat Command lassen sich Baumaschinen aus beliebiger Distanz steuern. Beispiele aus den USA zeigen die Vorteile auf. Die Lösung wird in Europa ab dem 2. Quartal 2021 verfügbar sein. Zunächst für Hydraulikbagger und Dozer der mittleren Grösse.

Sicherheit und Effizienz sind zwei Seiten einer Medaille. Der Caterpillar Virtual Press Event 2020, gesendet aus dem Studio auf dem Gelände des Malaga Learning & Demonstration Center von Caterpillar in Spanien machte das deutlich. Cat Command ist die Lösung, mit der Caterpillar mehr Sicherheit und Effizienz bei potenziell gefährlichen Einsätzen zu seinen Kunden bringen will.

Cat Command ist eine Lösung, mit der sich Baumaschinen per drahtloser Verbindung fernsteuern lassen. Bislang war sie vor allem für Maschinen in der Minen- und Grubenindustrie verfügbar. Am virtuellen Presseevent für internationale Medienvertreter präsentierte Jason Ramshaw, Global Commercial Manager der Division Construction digital & technology bei Caterpillar die neue Lösung für das mittlere Maschinensegment.

Grundgedanke des neuen Cat Command für Hydraulikbagger und Dozer in dieser Grössenklasse ist es, den Maschinisten bei potenziell gefährlichen Arbeiten aus der Maschine zu holen, so dass er diese von einem sicheren Ort aus bedienen kann. Einsatzgebiete können Deponien oder auch Kieswerke und Aufbereitungswerke mit unsicheren Bodenverhältnissen oder andere Gefahrenquellen sein. Am Press Event war als weiteres Einsatzbeispiel ein Bagger im Laderaum eines grossen Frachtschiffes für Losematerial zu sehen. Auch dort ist die Bodenbeschaffenheit instabil. Der Weg des Maschinisten in die Kabine ist in solchen Umgebungen ebenfalls riskant.

Dem Maschinisten über die Schulter schauen

Zusätzlich zum Sicherheitsaspekt spielt die Effizienz eine Rolle bei Cat Command. Beim Schichtwechsel braucht der Maschinist nicht den Weg bis zur Maschine zurücklegen, sondern ist gleich in der Steuerzentrale und kann sofort vom vorherigen Bediener übernehmen. Bei besonders anspruchsvollen Arbeiten kann zudem ein erfahrener Maschinist dem Bediener leicht über die Schulter schauen. Auch Training von neuen Mitarbeitern wird so einfacher.

Nicht zuletzt soll Cat Command die Arbeit des Maschinisten attraktiver machen. Ein Arbeitsplatz, der im Winter angenehm warm und im Sommer temperiert und zudem sicher ist, kann ein Argument im Wettbewerb um geeignete Maschinisten sein.

Verfügbarkeit für Maschinenmodelle

Cat command steht in Europa zunächst ab dem 2. Quartal 2021 für die Hydraulikbagger Cat 320, 323, 330, 336 und 340 zur Verfügung. Bis voraussichtlich spätestens im 4. Quartal 2021 folgen die Dozer Cat D5 und D6.

So funktioniert Cat Command

Die neue Lösung ist in Form eines sogenannten Kits erhältlich. Es besteht aus zwei Baugruppen: die Bedienkonsole (Bilderstrecke oben) und die Ausrüstung in der Baumaschine.

Die Bedienkonsole umfasst den Fahrersitz und Steuerungsfunktionalitäten wie Joysticks, so wie man sie aus einer echten Kabine kennt. Die Dauer zwischen Joystickmanipulation und Bewegung der Maschine beträgt zwischen 100 und 150 Millisekunden – ein Ansprechverhalten praktisch in Echtzeit. Gegenüber dem Sitz ist der Bildschirmbereich angebracht mit mehreren Monitoren, welche die Sicht auf die Arbeitsumgebung ermöglichen.

Die Ausrüstung in der Baumaschine umfasst ein Kamerasystem sowie die Steuerungseinheit für den Funkbetrieb. Eine Kamera ermöglicht den Blick von aussen auf die Maschine. Die Sicht per Cat Command kann so sogar eine bessere Übersicht auf die Arbeitsumgebung bieten, als wenn der Bediener in der Maschine sitzt.

Die Verbindung zwischen Bedienkonsole und Maschine erfolgt per WLAN Internetverbindung. Die Distanz dazwischen ist unerheblich.

Kit Lösung: Kompatibel mit älteren Baumaschinen

Die Ausrüstung der Baumaschinen mit Cat Command erfolgt über sogenannte Kits. Dies sind Sets mit allen für die Ausrüstung notwendigen Komponenten. Caterpillar liefert das Kit dem Händler, der es vor Ort beim Kunden einbaut, in Betrieb nimmt und die Bediener schult. Cat Command ist auch mit älteren Maschinen kompatibel. Voraussetzung ist das Vorhandensein von elektrisch vorgesteuerten Hydraulikventilen. Die Installation von Cat Command dauert 2 bis 2.5 Tage. Eine einfachere Version, bei welcher der Bediener in Sichtweite mit bis zu maximal 400 Meter Entfernung zur Baumaschine postiert sein muss und diese dann mit einer einfachen Funkfernbedienung steuert, kann innert 1 bis 1.5 Tagen aufgebaut werden. Cat Command kann bei Bedarf aus einer Maschine ausgebaut und in einer anderen installiert werden.

Endziel autonomes Fahren

Am Presseevent sagte Jason Ramshaw über das Ziel mit Cat Command: «Wir nehmen unsere Kunden mit auf eine Reise. Mit Cat Command sind wir jetzt auf dem Weg zur halbautonomen Baumaschine. Das Endziel ist autonomes Fahren auch bei den Baumaschinen.» Für bestimmte Modelle könnte künftig auch eine Ausführung ohne Kabine denkbar sein. Aktuell wolle man Kunden hingegen die Flexibilität offenhalten, dass der Maschinist sein Fahrzeug von der Kabine aus steuert. «Gerade in Europa, wo häufig von einem Einsatzort an einen anderen gewechselt wird, ist das sinnvoll», sagte Ramshaw.